Bin ich in 3 Jahren noch relevant?
Shownotes
Themen dieser Folge:
Warum Relevanz keine Funktion ist — sondern Substanz
Der Unterschied: Was du kannst vs. was du entscheidest, verantwortest und hältst
Was das Nervensystem mit der Relevansfrage zu tun hat
Warum der erste Schritt nicht Strategie ist
Kostenlose Erstorientierung (15–20 Min.): Homepage
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00:00:20: Willkommen zurück bei Zwischen den Zeiten.
00:00:23: Ich bin Martin, seit über dreißig Jahren begleite ich Menschen dabei unter Druck klarer zu werden.
00:00:29: Nicht dunkler!
00:00:30: Heute spreche ich über die eine Frage, die in fast jedem Coaching höre – nicht direkt, nicht laut.
00:00:37: Aber sie ist immer da im Raum, im Körper und im Zögern vor Entscheidungen.
00:00:44: Die Frage lautet….
00:00:46: Bin ich in drei Jahren noch relevant?
00:00:49: Wenn du dir diese Frage schon gestellt hast und sie dann schnell wieder weggeschoben hast, dann ist diese Folge für dich.
00:00:57: Diese Frage hat viele Gesichter – ein Mann fünftig.
00:01:02: Sein Unternehmen rollt eine neue Technologiestrategie aus und er wurde nicht eingeladen Sie mitzugestalten.
00:01:09: Stattdessen hat man ihm einen jungen digital beauftragten in sein Team gesetzt direkt von der Geschäftsführung beauftragt Dreißig Meter an ihm vorbei.
00:01:21: Eine Frau, einundfünfzig.
00:01:23: ihre Kinder sind ausgezogen Der Beruf der ihr immer Halt gab.
00:01:28: er läuft noch aber irgendetwas trägt nicht mehr.
00:01:31: sie weiß nicht genau was.
00:01:32: nur es ist etwas weggefallen das früher selbst verständlich war.
00:01:37: Ein Mann.
00:01:38: Einen Sechzig.
00:01:39: Er hat sein Unternehmen durch die Finanzkrise geführt Durch Corona durch die Energiekrise und jetzt sagt sein Beirat Wir brauchen neue Impulse, vielleicht jemand Jüngeres für die nächste Phase.
00:01:53: Drei Menschen drei völlig verschiedene Auslöser Technologie Lebensphasenübergang Organisationsveränderung und bei allen dreien dieselbe Frage im Hintergrund Bin ich in drei Jahren noch relevant?
00:02:09: Ich sage das bewusst so weil wir gerade in einer Zeit leben in der viele diese frage auf einen einzigen auslöserschieben Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Digitalisierung.
00:02:22: Ja das ist einer der Auslöser!
00:02:24: Ein kräftiger ein lauter aber er ist nicht der einzige und er isst nicht das eigentliche.
00:02:31: Reorganisation gab es schon vor.
00:02:33: Chatsystemen Rollen die verschwinden hat es immer gegeben Das Gefühl in einer Lebensphase zu stehen in der das bisherige nicht mehr passt.
00:02:44: Das ist so alt wie das menschliche Leben selbst.
00:02:47: Was neu ist, die Geschwindigkeit und die Gleichzeitigkeit.
00:02:52: Viele Umbrüche treffen Menschen gerade auf einmal – beruflich wie persönlich!
00:02:57: Und das macht die Frage drängender, lauter, körperlicher.
00:03:02: Das spürt man im Bauch bevor man es benennen kann.
00:03:06: Wenn Menschen zu mir kommen und diese Frage im Gepäck haben auch wenn sie Sie nicht so nennen dann berichten Sie meistens Ähnliches ein Gefühl von innen Etwas, das sich zusammenzieht.
00:03:19: Ein Moment vielleicht eine Sekunde in dem man spürt ich werde gerade übergangen oder überrollt oder einfach nicht mehr gebraucht und dann schiebt man es weg weil man funktionieren muss weil man eine Rolle hat Weil man nicht der sein will der Angst zeigt.
00:03:39: aber die Frage ist nicht weg.
00:03:42: sie sitzt im Nacken im Magen In dieser leisen Unruhe nachts um drei, wenn der Schlaf nicht kommt.
00:03:50: Was ich in über dreißig Jahren Praxis gelernt habe – diese Frage taucht immer dann auf, wenn sich Rollen verändern!
00:03:58: Wenn das was einem früher Halt gegeben hat Funktion Status Klarheit über den eigenen Platz ins Wankengerät Manchmal von außen Durch Veränderungen im Unternehmen durch neue Anforderung durch jüngere Kolleginnen und Kollegen, die andere Fähigkeiten mitbringen.
00:04:20: Manchmal von innen Kinder aus dem Haus.
00:04:24: Und plötzlich ist die Energie, die jahrelang in die Familie geflossen ist nirgends mehr.
00:04:30: oder die Rente rückt näher und man merkt die Arbeit hat nicht nur Geld gegeben sie hat Identität gegeben manchmal beides gleichzeitig.
00:04:39: und dann steht man in dieser Zwischenphase das alte trägt nicht mehr Das Neue ist noch nicht greifbar.
00:04:47: und die Frage, bin ich noch relevant?
00:05:03: braucht mich noch jemand.
00:05:16: Für das, was ich bin?
00:05:18: Jetzt könnte ich sagen lernen etwas Neues positioniere dich frischer zeigt dass du mithalten
00:05:23: kannst.".
00:05:24: Das wäre die naheliegende Antwort und sie wäre die falsche Ebene.
00:05:28: nicht weil neues Können unwichtig ist sondern weil es die falschen Frage beantwortet.
00:05:34: Relevanz ist keine Funktion.
00:05:36: Relevanz isst NICHT!
00:05:37: Was kannst Du?
00:05:39: Relevans ißt was entscheidest Du?
00:05:41: Was verantwortest
00:05:42: Du?!
00:05:43: Was hältst Du?
00:05:44: Wenn andere es nicht mehr aushalten, lass mich das konkret machen was du entscheidest.
00:05:49: In einem Raum mit zehn widersprüchlichen Interessen sagen Das Machen wir und dafür gerade stehen.
00:05:57: Entscheidungen unter Unsicherheit treffen Nicht weil alle Daten vorliegen sondern Weil jemand den Mut hat trotzdem zu handeln.
00:06:05: Das ist keine Kompetenz die sich automatisieren lässt dass Es Haltung was du verantwortest.
00:06:13: Wenn irgendetwas schiefläuft, wer stellt sich hin und sagt das war meine Entscheidung?
00:06:19: Ich trage die Konsequenzen!
00:06:21: Das ist ein zutiefst menschlicher Akt – und er wird wichtiger nicht unwichtiger je schneller Entscheidungsprozesse werden.
00:06:30: Was Du hältst.
00:06:32: Das ist der Punkt den fast niemand benannt.
00:06:35: Führung bedeutet auch Unsicherheit aushalten ohne sie
00:06:39: weiterzugeben.".
00:06:40: in einem Raum ruhig bleiben, wenn alle nervös sind.
00:06:44: Ein Team oder eine Familie oder sich selbst durch eine Phase tragen, in der niemand weiß wie es weitergeht und trotzdem Orientierung geben.
00:06:55: Das ist kein Skill – das ist närfliche Kapazität!
00:06:59: Das ist ein reguliertes System, dass unter Druck nicht in den Überlebensmodus schaltet.
00:07:04: Diese drei Dinge entscheiden, verantworten halten, entwickeln sich.
00:07:10: die entwickeln sich in fünfundzwanzig Jahren gelebte Erfahrungen.
00:07:14: Das ist deine Substanz, nicht als Wissen, als Kapazität!
00:07:19: Die Frage ist nicht bin ich relevant?
00:07:22: Die Frage isst habe ich gerade Zugang zu dem was mich relevant macht?
00:07:28: Ich mache gerne einen Unterschied zwischen zwei Arten von Relevanz.
00:07:40: und in einer Jobbeschreibung steht.
00:07:44: Das ist der Teil, der unter Druck gerät durch Technologie, durch Reorganisation, durch neue Erwartungen – die zweite menschliche Relevanz.
00:07:55: wie ich entscheide, wie ich Verantwortung trage, Das ist der Teil, der sich nicht so leicht in eine Stellenausschreibung schreiben lässt.
00:08:07: Aber der in jeder Krise und jedem Umbruch gefragt ist!
00:08:11: Das Problem ist viele Menschen haben über Jahrzehnte vor allem über funktionale Relevanz nachgedacht – weil sie belohnt wurde, weil sie messbar war, weil Sie Sicherheit gegeben hat….
00:08:24: Und wenn sich etwas verändert, wenn die Funktion wegfällt oder sich wandelt, dann steht plötzlich die gesamte Identität zur Frage.
00:08:33: Das ist der Moment in dem Menschen zu mir kommen!
00:08:36: Ich erinnere mich an eine Frau, Seniorpartnerin – in einer Beratung, forty-eight Jahre alt.
00:08:43: Seit fünfzehn Jahren in derselben Firma.
00:08:46: Ihre Klienten hatten begonnen zu fragen, warum zahle ich diesen Tagessatz, wenn ich vieles schneller per Tool bekomme?
00:08:53: Sie sagte mir im ersten Gespräch, ich weiß dass mein Wert nicht in der Analyse liegt.
00:08:58: Ich weiß das es die Beziehung ist – das Vertrauen und Verständnis für die Politik im Unternehmen.
00:09:06: Aber ich kann das nicht erklären, nicht so dass es überzeugend klingt!
00:09:10: Was dahinter lag?
00:09:11: eine Frau, die seit Monaten schlecht schlief?
00:09:14: Die anfing ihre eigenen Angebote zu reduzieren aus vorauseilender Angst zu teuer sein.
00:09:23: nicht mehr spüren konnte.
00:09:25: Das ist nicht ein Strategieproblem, das ist ein Zugangsproblem – sie hatte ihren Wert noch!
00:09:31: Sie hatte ihn nicht verloren, sie hatte nur keinen Zugang mehr dazu, weil ihr System unter Dauerbelastung stand und Ihr Körper, Ihr signalisierte Alarm.
00:09:43: Nicht sicher?
00:09:44: Beweise dich!
00:09:46: Und in diesem Zustand Kann man keine überzeugende Antwort auf die Frage geben, was ist mein Wert?
00:09:53: Weil das System gerade nicht aus dem Bereich agiert in dem Klarheit entsteht.
00:09:59: Hier wird es vielleicht ungewohnt – ich möchte einen Moment über Biologie sprechen!
00:10:04: Nicht über Psychologie, nicht über Mindset….
00:10:07: Über das, was körperlich passiert wenn man über Monate das Gefühl trägt ….
00:10:12: Ich muss meine Relevanz beweisen….
00:10:16: Das autonome Nervensystem der Teil deines Körpers, der nicht bewusst gesteuert wird, unterscheidet grundsätzlich zwei Zustände – Sicherheit und Bedrohung.
00:10:28: Im Sicherheitszustand hast du Zugang zu deinen vollen kognitiven Ressourcen, zur Kreativität, zu strategischem Denken, zu komplexen Entscheidungen.
00:10:38: Du kannst Nuancen wahrnehmen, du kannst zuhören.
00:10:42: Du kannst halten!
00:10:43: Im Bedrohungszustand schaltet das System auf Überleben um.
00:10:48: Ressourcen werden umgeleitet.
00:10:50: Der präfrontale Cortex – der Teil, der für genau diese Fähigkeiten zuständig ist, fährt herunter nicht komplett aber genug, um den Unterschied zu machen.
00:11:02: und jetzt das Perfide.
00:11:03: wenn das Monate lang so läuft Wenn man unter dem ständigen Druck steht, sich beweisen zu müssen.
00:11:11: Dann merkt man irgendwann Ich denke nicht mehr so klar wie früher.
00:11:15: Entscheidungen fallen schwerer ich schlafe schlecht Und dann macht der Kopf daraus.
00:11:21: siehst du?
00:11:22: Ich packe es nicht mehr!
00:11:23: Ich bin nicht mehr der der ich war.
00:11:25: Das ist nicht wahr.
00:11:26: das System ist überlastet.
00:11:28: dass ist alles.
00:11:29: Das spürt man im Körper lange bevor man es rational einordnen kann.
00:11:34: Da ist diese Schwere in den Schultern, diese leichte Enge in der Brust das Gefühl morgens aufzuwachen und schon müde zu sein.
00:11:42: Das sind Signale keine Schwäche – Signale!
00:11:45: Und deshalb sage ich Nervensystem Regulation kommt vor Strategie.
00:11:51: Das ist keine weiche Aussage.
00:11:54: Das ist praktisch, weil man in einem System das im Alarm-Modus läuft keine guten strategischen Entscheidungen treffen kann.
00:12:02: Weil der Zugang zu dem was einen wirklich ausmacht Urteilsvermögen Haltung die Fähigkeit zu halten genau indem Zustand blockiert ist indem man ihn am dringendsten bräuchte.
00:12:15: Erst wenn das System wieder aus dem Alarmzustand rauskommt öffnet sich der Raum.
00:12:19: Dann denkt man klarer dann trifft man Entscheidungen, die nicht aus Angst kommen.
00:12:25: Dann kann man sich neu positionieren – Ausstärke, Nichtausverteidigung!
00:12:33: Ich möchte zum Schluss eine Perspektive anbieten, die manche überraschend finden.
00:12:39: Bin ich in drei Jahren noch relevant?
00:12:42: Das klingt nach einer Frage über die Zukunft aber in meiner Erfahrung ist es was gerade fehlt, über eine Verbindung zu mir selbst die unterbrochen ist.
00:12:57: Nicht dauerhaft!
00:12:58: Aber gerade diese Verbindung herzustellen nicht durch Anpassung nach außen sondern durch Klärung nach innen – das isst die eigentliche Arbeit in Zeiten des Umbruchs und sie setzt eine Bereitschaft voraus, die ich von den Menschen erlebe, die Sie machen.
00:13:17: Die Bereitschaft für einen Moment wirklich
00:13:20: zuschauen.".
00:13:21: Nicht zu optimieren, nicht zu verbessern.
00:13:24: Zu schauen was trage ich mit mir das wirklich meins ist?
00:13:28: Was habe ich aufgebaut über die Jahre an Urteil Anhaltung an der Fähigkeit unter Druck klarzuleiben?
00:13:38: Was ist das was andere von mir brauchen?
00:13:41: nicht was sich liefere sondern was Ich bin wenn ich wirklich da Bin.
00:13:46: diese Fragen lassen sich nicht per Strategie Beantworten, die lassen sich nur erleben in einem ruhigen System.
00:13:55: In einem Moment echter Reflexion.
00:13:57: Manchmal im Gespräch mit jemandem der den Raum hält.
00:14:01: Ich kenne Menschen, die diesen Prozess gemacht haben und die auf der anderen Seite nicht kleiner waren sondern klarer Nicht weniger Sondern anders Und oft substanzieller als vorher.
00:14:14: Die Frage bin ich noch relevant?
00:14:16: hat aufgehört bedrohlich zu sein.
00:14:18: Sie ist zur Einladung geworden, nicht bin ich noch nützlich sondern wer bin ich wenn ich aufgehörte habe mich zu beweisen?
00:14:27: das is die Schwelle und dahinter beginnt etwas.
00:14:31: Das war zwischen den Zeiten.
00:14:33: Lass mich zusammenfassen Bin ich in drei Jahren noch relevant?
00:14:38: Ist keine Frage über Technologie Keine Frage über Tools oder Zertifikate oder Marktfähigkeit.
00:14:45: Es ist eine Frage über Identität und darüber, was einen wirklich trägt wenn sich Rollen verändern.
00:14:54: Der Auslöser kann vieles sein – eine neue Strategie im Unternehmen Kinder die das Haus verlassen ein Lebensjahrzehnt dass sich ankündigt.
00:15:03: Die Frage die darunter liegt isst älter als alle Technologie-Debatten.
00:15:09: Was entscheidest du?
00:15:11: Was verantwortest Du?
00:15:13: Was hältst Du es nicht mehr können.
00:15:17: Das ist Deine Substanz, nicht Deine Funktion und wenn Du gerade in einer Phase bist, in der Du keinen Zugang mehr zu dieser Substanz hast – Wenn das Beweisen Dich erschöpft, wenn die Nächte unruhig sind, wenn Die Klarheit fehlt… Dann ist das nicht das Zeichen dass die Substanz weg ist?
00:15:39: Das ist das Zechen daß Dein System gerade Unterstützung braucht!
00:15:44: Wenn Dich diese Frage heute erwischt hat Das ist kein Zufall.
00:15:48: Diese Frage sucht sich immer die Menschen, bei denen etwas bereit ist, sich zu klären.
00:15:54: Wenn du das nicht allein tragen willst – ich bin da!
00:15:58: Den Link findest Du in den Show-Notes.
00:16:00: In der nächsten Folge spreche ich über eine Frage, die ich oft höre.
00:16:05: Wenn Ich mich verändern will, warum komme ich dann immer wieder an denselben Punkt zurück und was das mit unserem Nervensystem zu tun hat?
00:16:14: Danke dass du dabei warst.
00:16:17: Bis zum nächsten Mal, Martin.
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